Die Spielzeit 2026/27

Im Frühjahr 2027 feiert der Pierre Boulez Saal seinen zehnten Geburtstag. In diesem Jahrzehnt ist weit mehr entstanden als eine Konzertbühne – gewachsen ist eine lebendige Gemeinschaft aus Künstler:innen, Publikum und Weggefährt:innen. Viele Musiker:innen, die den Saal seit seinen Anfängen begleiten, kehren in der Saison 2026/27 zurück, darunter Sir András Schiff mit seinem traditionellen Konzertzyklus zum Jahreswechsel, Elisabeth Leonskaja im Dialog mit verschiedenen Künstler:innen, oder Kristin von der Goltz, die mit einem Soloprogramm zu erleben ist. Zum Beethoven-Jahr 2027 sind die Violinsonaten des Komponisten gleich zwei mal zu erleben: Mit Antje Weithaas und Dénes Várjon auf modernen Instrumenten, sowie mit Alina Ibragimova und Cédric Tiberghien auf histrorischen Instrumentarium mit Darmsaiten und Hammerklavier. Das Boulez Ensemble ist seit jeher integraler Bestandteil des Programms und präsentiert unter der Leitung von Daniel Barenboim, Jörg Widmann und Matthias Pintscher Werke der klassischen Moderne, der Romantik sowie zeitgenössische Kompositionen. Auch über das klassische Repertoire hinaus versammelt der Pierre Boulez Saal unterschiedlichste musikalische Traditionen. Publikumslieblinge wie das Trio Joubran, Waed Bouhassoun sowie William Parker, Shabaka und Hamid Drake kehren in die Französische Straße zurück, auch die Arabic Music Days stehen wieder auf dem Programm. Die Jazz-Legenden David Murray und Kahil El’Zabar und die Grammy-nominierte Saxophonistin Melissa Aldana sind erstmals zu Gast. Karten für die Spielzeit 2026/27 sind ab dem 2. Juni um 14 Uhr auf der Website des Pierre Boulez Saals, an der Tageskasse oder telefonisch unter +49 30 4799 7411 erhältlich.

 

Das Geburtstagskonzert (18.3.) versammelt hochkarätige Musiker und langjährige Weggefährten des Hauses. Jörg Widmann, Michael Barenboim, Michael Wendeberg und Ben Goldscheider präsentieren zeitgenössische Werke für Soloinstrument und Live-Elektronik, darunter Pierre Boulez’ bahnbrechendes Anthèmes 2 sowie Philippe Manourys Das wohlpräparierte Klavier, das Daniel Barenboim 2021 im Pierre Boulez Saal uraufgeführt hat. Zwei Tage zuvor (16.3.) vorher ist das Boulez Ensemble mit den Oktetten von Jörg Widmann und Franz Schubert zu erleben. Widmanns Werk entstand in direkter Auseinandersetzung mit Schuberts berühmtem Vorbild; beide Kompositionen waren bereits in der Eröffnungssaison des Pierre Boulez Saals in Gegenüberstellung zu hören. Auch Daniel Barenboim kehrt mit Mozarts „Gran Partita“, die er bereits in der Eröffnungswoche des Pierre Boulez Saals dirigierte, im Geburtstagsmonat zurück ans Pult des Boulez Ensembles (29.3.).

 

Die Idee, durch Musik neue Perspektiven auf gesellschaftliche Fragen zu eröffnen, prägt zahlreiche Programme der Saison. Besondere Akzente setzen Konzerte, die Hörgewohnheiten herausfordern und ungewöhnliche kuratorische Verbindungen herstellen. Mit einem Liederabend über die Themen Leid und Versöhnung geben der Bariton Theodore Platt und der Pianist Keval Shah ihr Debüt im Pierre Boulez Saal (26.5.). Lieder vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart reflektieren dabei den Dialog zwischen Mensch und Gesellschaft. Die Mezzosopranistin Ema Nikolovska und die Pianistin Hikaru Kanki widmen sich musikalischen Beziehungen zwischen Japan, Europa und Nordamerika. Selten zu hörende Werke japanischer Komponist:innen eröffnen Perspektiven auf gegenseitige künstlerische Prägungen im 20. und 21. Jahrhundert (13.4.). Mit ihrem Projekt Sky Islands gibt die Komponistin, Schlagzeugerin und Klangkünstlerin Susie Ibarra ihr Debüt im Pierre Boulez Saal. Das 2025 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Werk verbindet traditionelle philippinische Gong- und Bambusinstrumente mit zeitgenössischer Klangsprache und versteht sich als musikalische Reflexion über bedrohte Ökosysteme und die Folgen des Klimawandels (28.10.). Unter dem Titel „War and Peace“ präsentieren das Chorwerk Ruhr, das belgische Ensemble I Solisti und der Dirigent Yuval Weinberg ein Programm über Krieg und die Fragilität des Friedens. Vokalwerke unter anderem von Hanns Eisler, Kurt Weill und Arnold Schönberg verbinden historische Erinnerung mit der unmittelbaren Aktualität des Themas (26.2).

 

Unter dem Leitgedanken „Momentaufnahme“ bündelt der Pierre Boulez Saal Konzerte, in denen musikalische Improvisation eine Rolle spielt. Die Suche nach dem Klang der Utopie prägt das Haus seit seiner Gründung und zeigt sich in dieser Saison in außergewöhnlicher Vielfalt. Der Elektronikmusiker Acid Pauli entwickelt gemeinsam mit Viken Arman und rRoxymore ein eigens für den Pierre Boulez Saal konzipiertes elektroakustisches Projekt mit Live-Elektronik und Improvisation (28.4.). David Murray gilt als einer der einflussreichsten Tenorsaxophonisten seiner Generation und prägt den Free Jazz seit den 1970er Jahren. Mit seinem langjährigen musikalischen Partner Kahil El’Zabar ist er erstmals im Pierre Boulez Saal zu erleben (5.5.). Die chilenische Saxophonistin Melissa Aldana hat sich mit drei gefeierten Soloalben zu einer internationalen Größe entwickelt. Für ihr erstes Konzert im Pierre Boulez Saal präsentiert sie mit dem Pianisten Pablo Held ein Programm mit neuen Auftragswerken (26.3.). Der palästinensisch-amerikanische Oud- und Violinvirtuose Simon Shaheen verbindet traditionelle arabische Musik mit Einflüssen aus westlicher Klassik und Jazz und kehrt nach zwei erfolgreichen Konzerten in den vergangegen Jahren in den Pierre Boulez Saal zurück (27.11.). Die Pianistin Junyan Chen kombiniert in ihrem Debütprogramm Werke von Sergej Rachmaninow mit Etüden von Unsuk Chin und Karen Tanaka sowie Chick Coreas Children’s Songs, ergänzt durch eigene Improvisationen (21.4.). Auch Tamara Stefanovich verbindet in ihrem neuen Programm komponierte und improvisierte Musik: Gemeinsam mit Nenad Lečić interpretiert sie Werke für zwei Klaviere von Claude Debussy und Bernd Alois Zimmermann, bevor sie im zweiten Teil des Abends mit ihrem Quartett SDLW improvisatorische Formen erkundet (21.11.). Am Internationalen Frauentag verfolgt Waed Bouhassoun gemeinsam mit Musikerinnen aus Senegal, Armenien, Iran, Kurdistan und Deutschland die Spuren, die Frauen in den Kulturen Südwestasiens und Nordafrikas hinterlassen haben (8.3.). Ein Programm neuer Auftragswerke des südafrikanischen Pianisten und Komponisten Nduduzo Makhathini widmet sich der Frage, wie Musik spirituelle Erfahrungen vermitteln kann. Gemeinsam mit zwei Sängerinnen richtet er den Blick auf musikalische Traditionen des globalen Südens (4.3.).

 

Zwei beliebte Festivals setzten kontrapunktische Schwerpunkte in der Jubiläumssaison: Die Arabic Music Days 2026 (15.-19.9) widmen sich unter der künstlerischen Leitung von Naseer Shamma den vielfältigen Beziehungen zwischen arabischen und afrikanischen Musikkulturen, deren kultureller Austausch sich vor allem aus gemeinsamen Erinnerungen und Rhythmen speist. In fünf Konzerten präsentieren Ensembles unter der Leitung von Ahmad Shamma, Mazen El Bagir und Jbara sowie die Ensembles Nuqoosh und Nasmāt Carthage Musik aus Nordafrika und der Subsahara. In der Schubert-Woche (11.–14.2.) arbeitet Thomas Hampson mit einer neuen Generation von Liedsänger:innen, die sich in öffentlichen Workshops und drei Young-Singers-Konzerten dem Publikum vorstellen. Den Abschluss bildet ein Liederabend mit Marie Seidler und Wolfram Rieger.

 

Gerade in der kammermusikalischen Besetzung wird der Pierre Boulez Saal zu einem Ort des musikalischen Dialogs: Zu den Konzerthighlights mit Streichquartetten zählen der Beethoven-Zyklus des Belcea Quartet (4.10./15.11./6.12./18.2./14.3./16.4.), das experimentierfreudige New Yorker Ensemble Brooklyn Rider (3.11.) oder das junge Leonkoro Quartet (12.12.). Epochenübergreifende Duo-Programme präsentieren Veronika Eberle (die erstmals im Pierre Boulez Saal zu hören ist) und Dénes Várjon (11.12.), Tabea Zimmermann und Antoine Tamestit (6.2.), Marie-Elisabeth Hecker und Martin Helmchen (25.10.) oder Carolin Widmann und Gabriele Carcano (2.5.). Elisabeth Leonskaja und Julius Drake (20.5.) bringen die großen vierhändigen Klavierwerke von Schubert zur Aufführung. Yulianna Avdeeva wirft mit der deutschen Erstaufführung einer neuen Komposition von Dai Fujikura ein Schlaglicht auf das 21. Jahrhundert (5.11.). Pierre-Laurent Aimard (11.3.), Alexander Lonquich (13.12.), Schaghajegh Nosrati (28.11.), Kristian Bezuidenhout (8.6.), Julia Hamos (21.2.), William Youn (4.2.) und Nathalia Milstein (16.5.) sind an weiteren Solo-Klavierabenden zu erleben. 

In einer Reihe von Akademiekonzerten stellen sich außerdem Studierende der Barenboim-Said Akademie dem Publikum des Pierre Boulez Saals vor. Neben dem Orchester der Akademie unter der Leitung von Nabil Shehata (16.1./5.6.) sind Kammermusikprogramme sowie Werkstattkonzerte im Mozart Auditorium der Akademie zu erleben. Das Programm wird jeweils kurzfristig bekanntgegeben.


 

Pressefotos 2026/27

Die folgende Auswahl von Fotos steht für redaktionelle Berichterstattung über den Pierre Boulez Saal bei Nennung der vollständigen Copyright-Informationen kostenlos zur Verfügung. Eine kommerzielle Nutzung oder Bearbeitung der Bilder ist nicht gestattet. Wir freuen uns über die Zusendung eines Belegexemplares.

 

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