Do., 19. Februar 2026, 19:30 Uhr
DAVID VIRELLES
feat. Eric McPherson, Vicente Archer, Gilbert Nouno
Pierre Boulez Saal
Für David Virelles sind Tradition und Moderne keine gegensätzlichen Kräfte, sondern ein kontinuierlicher Prozess, in dem überliefertes Wissen neue schöpferische Ideen ermöglicht und in dem Vergangenheit und Gegenwart eine Einheit bilden. Sein jüngstes Werk Vaivén entstand im Auftrag des Pierre Boulez Saals: inspiriert von kubanischem Son hat er einen Zyklus von Stücken komponiert, die die rhythmischen, klanglichen und harmonischen Resonanzen seines Trios mit Eric McPherson and Vicente Archer in den Mittelpunkt stellen. Durch Gilbert Nounos elektronisches Sounddesign werden die Grenzen zwischen Tradition und Abstraktion weiter verwischt.
KÜNSTLER:INNEN
Klavier, Synthesizer, Harmonium
Kontrabass
Schlagzeug
Klangsystem
DAUER DER VERANSTALTUNG
vaivén
A Cycle of Sones, Related Forms, and Evolving Expressions
Uraufführung
Vaivén beruht auf der Idee, dass Tradition und Modernität ein einziges Kontinuum bilden. Texturen, harmonische Felder und rhythmische Codes bestimmen die Struktur des Werks. Die Musik lotet das Ausdrucksspektrum des Trios aus, während akustische und elektronische Elemente die zeitlichen Zusammenhänge verwischen und eines Sinnesraum schaffen, der zugleich vertraut und unbekannt erscheint. Im Pierre Boulez Saal erweitert sich dieser Dialog durch ein mehrkanaliges Sounddesign in den Raum hinein. Die dreidimensionale Realisierung der Elektronik auf der Bühne wurde in Zusammenarbeit mit dem Elektronikmusiker Gilbert Nouno eigens für diesen Raum entwickelt.
Das Stück bezieht sich außerdem auf die Musik von Carlo Borbolla (1902–1990), eine wenig bekannte Figur der kubanischen Musikgeschichte, dessen Pionierarbeit eine wichtige Vorlage war.
Son ist ein zentrales Genre kubanischer Musik, das sich durch die Einbeziehung verschiedener instrumentaler Formate und Kontexte kontinuierlich weiterentwickelt hat. Ein wichtiger Bestandteil dieser Musik ist die Beziehung zwischen Son clave (dem Herzschlag und rhythmischen Rahmen, der allem zugrundeliegt) und dem Wechselspiel, dem „Hin und Her“ (vaivén) seiner Harmonien.
Nicht alle Teile dieses Zyklus sind als Sones im strengen Sinn angelegt, aber jeder von ihnen besitzt eine direkte oder indirekte Verbindung dazu. Einige Stücke beziehen auch Einflüsse von Punto, Guajira, Contradanza, Danzón und Mambo mit ein, bewahren dabei aber stets dem Dialog mit dem Son – durch Geschichte, rhythmische Gestaltung, harmonische Felder und abstrahierte Montunos.
David Virelles
DIE KÜNSTLER:INNEN
David Virelles wuchs in einer musikalischen Familie in Santiago de Cuba auf, geprägt von der Musik der afro-karibischen Diaspora und westlicher klassischer Musik. Nach seinem Abschluss am Humber College in Toronto zog er 2009 in die USA, um bei Henry Threadgill zu studieren. Seitdem hat er sich als einer der gefragtesten Pianisten seiner Generation etabliert. Er arbeitet mit Musiker:innen wie Ravi Coltrane, Andrew Cyrille, Bill Frisell, Terri Lyne Carrington, John Patitucci, Wadada Leo Smith und vielen anderen zusammen und hat selbst mehrere von der Kritik hochgelobte Alben veröffentlicht, darunter Continuum, Mbóko, Antenna, Gnosis, die elektronische EP Transformación del Arcoiris, das Solo-Klavieralbum NUNA und zuletzt Igbó Alákorin Vol. III, die Fortsetzung einer Reihe, die der Musikgeschichte von Santiago de Cuba gewidmet ist. Zu seinen aktuellen Projekten gehören Soloauftritte am Klavier und/oder mit Elektronik, sein Trio mit seinen langjährigen musikalischen Partnern Ben Street und Eric McPherson sowie die Zusammenarbeit mit dem Andrew Cyrille Quartet, dem Trio Imagination (mit Cyrille und Reggie Workman) und dem Ravi Coltrane Quartet, dem er seit elf Jahren angehört. Im Jahr 2024 brachte er sein multidisziplinäres Werk ORO, das von der Carnegie Hall in New York in Auftrag gegeben wurde, gemeinsam mit Dafnis Prieto zur Uraufführung. David Virelles ist Fellow der Guggenheim Foundation und der Shifting Foundation und wurde u.a. mit dem Herb Alpert Award, dem Louis Applebaum Award und dem Grand Prix de Jazz de Montréal ausgezeichnet. Derzeit lehrt er als Professor an der Zürcher Hochschule der Künste.
Der Bassist, Gitarrist, Komponist und Produzent Vicente Archer stammt aus Woodstock und besuchte das New England Conservatory und die Northeastern University in Boston. Erst als Collegestudent begann er, Kontrabass zu spielen, und nur acht Monate später wurde er Mitglied der Band des renommierten Saxophonisten Donald Harrison. Seitdem arbeitete er mit Künstler:innen wie Pat Metheny, Norah Jones, Terence Blanchard, Mary J. Blige, Brad Mehldau, Wynton Marsalis, Kenny Garrett und vielen anderen zusammen und ging mit den Grammy-Gewinnern Robert Glasper, Nicholas Payton und John Scofield auf Tournee. Er unterrichtet an der New School in New York.
Der gebürtige New Yorker Eric McPherson wuchs im unmittelbaren Umfeld herausragender Jazzmusiker auf. Mit zwölf Jahren bekam er Unterricht von Schlagzeuger Michael Carvin, später studierte er bei Jackie McLean an der Hartt School of Music der University of Hartford. Außedem arbeitete er mit dem Pianisten und Komponisten Andrew Hill zusammen und wurde noch als Student Mitglied des Jackie McLean Quintet, mit dem er mehrere von Publikum und Kritik hochgelobte Alben aufnahm und bei bedeutenden Festivals in Asien, dem Nahen Osten, Lateinamerika, Europa und den USA zu Gast war. Eric McPherson trat außerdem mit so unterschiedlichen Jazzmusiker:innen wie Pharoah Sanders, Richard Davis, Claudia Acuña, Jason Moran, Greg Osby und Avishai Cohen auf und veröffentlichte 2025 sein jüngstes Album Double Bass Quartet. Er unterrichtet an der New School in New York.
Gilbert Nouno ist Komponist, Professor für elektronische Komposition und interaktive Medien an der Musikhochschule Genf und Dozent für elektronische Musik an der Barenboim-Said Akademie. Beeinflusst von multimedialer Kunst, die traditionelle und neue Techniken verbindet, beschäftigt er sich mit musikalischer Forschung im Grenzbereich zwischen Mensch und Maschine an der Schnittstelle verschiedener künstlerischer Disziplinen. Er promovierte im Fach Computermusik und erhielt das Prix de Rome-Stipendium der Académie de France und das Villa Kujoyama-Stipendium von Cultures France. Zu seinen jüngsten Werken zählen Deejay für Streichquartett und Elektronik, Iwona, eine elektronische Operette, Street Music für Trio und Elektronik sowie Feedback, eine Performance für Triangel mit Elektronik und Video. Er arbeitete mit Künstler:innen wie Jonathan Harvey, Pierre Boulez, Olga Neuwirth, Steve Coleman, dem Jazzflötisten Magic Malik und dem Choreographen Léo Lérus zusammen.
IHR BESUCH
So finden Sie uns
Pierre Boulez Saal
Barenboim-Said Akademie
Französische Straße 33d
10117 Berlin
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Öffentliche Verkehrsmittel
U-Bahn U2 Hausvogteiplatz, U5 Museumsinsel, U6 Unter den Linden
S-Bahn S / U Friedrichstraße
Tram M1, 12 Mitte / Am Kupfergraben
Bus 147 Werderscher Markt; 100, 300, N5 Staatsoper
Fahrrad
Fahrradständer stehen in der Straße „Hinter der Katholischen Kirche" zu Verfügung.
Parken
Q-PARK Unter den Linden / Staatsoper
Bebelplatz 2
10117 Berlin
Theater-Tarif (17.30–23.30 Uhr per Vorkasse): €10
Bitte beachten Sie, dass die Französische Straße aufgrund einer Baustelle gegenüber dem Pierre Boulez Saal verengt ist. Autos und Taxis können deshalb momentan nicht direkt vor dem Eingang des Pierre Boulez Saals halten.
Mehr Informationen zur Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder dem Auto finden Sie auf unserer Seite Anfahrt.
Öffnungszeiten
Tageskasse
Montag bis Freitag 14.00 bis 18.00 Uhr
Am Wochenende und an Feiertagen geschlossen
Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Konzertbeginn bzw. samstags, sonn- und feiertags zwei Stunden vor Beginn.
Die Tageskasse bleibt am 24. und 31. Dezember geschlossen. Frohe Feiertage!
Papagena Call-Center
Ticket-Hotline 030 / 4799 7411
Montag bis Samstag 9.00 bis 20.00 Uhr
Sonn- und Feiertag 14.00 bis 20.00 Uhr
Essen & Trinken
Casalot Catering begrüßt die Besucher:innen des Pierre Boulez Saals vor und nach Konzerten mit Gerichten der arabischen Küche.
An Konzertabenden öffnet das Buffet eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung und bleibt auch im Anschluss geöffnet. Vorbestellungen für die Pause nehmen wir gern vor Ort entgegen.
Weitere Informationen zu unserem gastronomischen Angebot finden Sie hier.
Garderobe
Kleine Taschen bis Format A4 (21x30 cm) sowie Jacken können in den Konzertsaal mitgenommen werden. Gepäck, Helme, große Regenschirme und andere sperrige Gegenstände sind an der Garderobe abzugeben.
Die Garderobe ist kostenlos und befindet sich hinter der Treppe im Foyer auf der linken Seite.
Barrierefreiheit
Für die Bestellung von Rollstuhlplätzen oder Plätzen für Schwerbehinderte sowie von Begleitkarten sprechen Sie uns bitte direkt an.
030 / 4799 7411
tickets@boulezsaal.de
Alle Rollstuhlplätze sind per Aufzug erreichbar.
Alle Gäste betreten den Pierre Boulez Saal durch den Haupteingang, der auch der Rollstuhleingang ist. Die Kartenkontrolle findet direkt an den Eingangstüren zum Saal statt.
Wir bitten Sie, uns möglichst schon bei der Kartenbestellung auf Ihre individuellen Bedürfnisse hinzuweisen, damit wir einen problemlosen Zugang ermöglichen können.
Rollstuhlgerechte Toiletten befinden sich im Untergeschoss und im Rang und sind per Aufzug erreichbar.
Vier Behindertenparkplätze stehen in der Straße Hinter der Katholischen Kirche zur Verfügung.